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Tennis als Mittel zum Zweck oder wie man auch im Winter im Gespräch bleibt.

 

Wenn man fragen würde, wozu Tennisclubs eigentlich da sind, würde man sicherlich in allen Fällen, als positive Reaktion, einen erstaunt irritierten Gesichtsausdruck mit einem leichten Kopfschütteln ernten. Einige Angesprochene würden wohl fragen, wie das denn gemeint sei; die meisten würden jedoch, wenn sie denn antworten, sagen: "Damit Leute Tennis spielen können".

Natürlich ist diese Antwort richtig – im gleichen Maße, wie sie falsch ist, denn zum Tennisspielen braucht man keinen Club. Da reicht schon ein Tennisplatz innerhalb einer kommerziell betriebenen Tennissportanlage. Der Charakter eines Clubs beginnt eigentlich erst da, wo das Sonntagnachmittagsmatch auf Platz drei aufhört. Wenn Menschen gleichen Interesses sich neben dem Platz auf einen Kaffee treffen, um über den vorentscheidenden Linienball im vierten Spiel des dritten Satzes zwischen Müller und Maier zu diskutieren, um Solidarität in der Ablehnung der hohen Benzinpreise zu erzielen, um Schmidt für den Einstieg in die Medenmannschaft zu überreden oder um sich für das nächstes Match zu verabreden.

ln der Sommersaison alles grundsätzlich kein Problem, im Winter ein umso schwierigeres Unterfangen, auch für die Clubs, die über eine eigene Tennishalle verfügen. Denn wen trifft man im kleinen Aufenthaltsraum oder den Umkleidekabinen der Halle – doch nur diejenigen, die vor bzw. nach einem spielen, und dies über knapp 30 Wochen lang.

 

Dem entgegen zu wirken, um den Club auch im Winter zu einem Treffpunkt auf und neben dem Tennisplatz zu machen, haben wir beim TC Grün-Weiss Walldorf mit unserer Einfeldhalle vor drei Jahren das Prinzip des Hopman Cups "neu erfunden". Allen Lesern, die spätestens jetzt wegklicken, weil sie entweder mit dem "Treffpunkt neben dem Tennisplatz" nichts anfangen können oder ihr Tennisclub über keine Halle verfügt, sollten noch zwei Dinge mit auf den Weg nehmen: 1. Jeder möge sich daran erinnern, wie man selbst zum Tennis gekommen ist. ln 99% aller Fälle war es sicherlich nicht das unübersehbare Talent; 2. Vielleicht gibt es ja in der näheren Nachbarschaft zum Club eine Halle, die zum Beispiel Sonntagsnachmittags nicht ausgebucht ist ... und vielleicht ist der Hallenbetreiber bereit, für eine gute Werbung über den Vermietungspreis zu reden. Innerhalb unseres Clubs hatten wir mit beiden Themen kein Problem, da wir selbst die Erfahrung gemacht haben, wie wichtig ein funktionierendes Clubleben ist und wie gering unsere Halle am Sonntagnachmittag ausgebucht war.

Das Grundprinzip unseres Hopman Cups unterscheidet sich kaum vom großen, australischen Vorbild. Gespielt wird jeweils ein Satz (inkl. Tiebreak-Regel) eines Damen- und Herren-Einzel sowie eines Mixed. Die Reihenfolge der Sätze sowie der Ergebnismeldung ist mit Damen, Mixed, Herren vorgegeben, damit zum Abschluss die Möglichkeit besteht, neben dem besten Mixed-Paar auch die Gewinner bei den Damen und Herren zu küren. Teilnahmeberechtigt sind alle Erwachsenen unseres Clubs, ob sie nun Mannschaft spielen oder nicht. Das es dadurch natürlich auch zu "unfairen" Begegnungen zwischen Spieler(inne)n kam, die seit Jahren schon auf Landesebene in der Medenrunde unterwegs waren und solchen, die erst vor wenigen Jahren angefangen haben, den Tennisschläger zu schwingen, tat dem Spaß auf und neben dem Platz keinen Abbruch. Im Gegenteil. Wann hat man schon als "Anfänger(in)" Gelegenheit, gegen eine Verbandsligaspieler(in) anzutreten, die/der dann auch noch mit einem spielt, und nicht gegen einen. Wenn dann noch jeder gewonnene Punkt von den Zuschauern "frenetisch" gefeiert wird, während der hart geschlagene und unerreichbare Aufschlag des Gegners als "unfairer Schlag ausgebuht wird", kann man sich ungefähr vorstellen, was die Teilnehmer motiviert hat, mitzuspielen.

Angefangen haben wir 2008 mit acht Paaren, die zur besten Sonntagskaffeezeit zwischen 14.00 und 17.00 Uhr in einer Gruppe ihre Rangliste ausgespielt haben. Waren bei der ersten Begegnung nur die zwei Paare, die Turnierleitung und eine Flasche Sekt anwesend, etablierte sich der Sonntagnachmittag im Laufe der Zeit zu einem regelmäßigen Treffpunkt bei Kaffee, Kuchen, einem Schwätzchen und spannenden Matches – und dies nicht nur frequentiert von den mitspielenden Paaren und ihren Kindern.

Ein Jahr später waren es dann schon zwölf Paare, die zuerst in zwei Gruppen ihre Reihenfolge ausspielten, bevor, schon zum Beginn der Freiluftsaison, die einzelnen Gruppenpositionen gegeneinander die Sieger ermittelten. Mit zwölf Paaren ist bei einer Hallensaison von 30 Wochen auch die maximal mögliche Kapazität unserer Ein-Feld-Tennishalle erreicht, wenn man davon ausgeht, dass pro Sonntag nur eine Begegnung gespielt wird.

Damit der Club finanziell nicht ganz leer ausgeht, zahlt jedes Paar ein Startgeld. Dafür spendiert der Club pro Paar eine Balldose und unterhalb der Hallensaison die eine oder andere Motivation. Den Erfolg "unseres" Hopman Cup messen wir nicht an der Anzahl teilnehmender Paare oder spannender Spiele. Wir messen ihn an zwei Aussagen: Einerseits an der eines teilnehmenden Paares der diesjährigen Runde, die meinten, dass ihre Sonntagnachmittage "endlich einen Inhalt" bekommen hätten und an der einiger nicht mitspielender Mitglieder, die darum gebeten haben, nicht nur die aktuelle Reihenfolge der Gruppen, sondern auch die einzelnen Ergebnisse und die nächsten Spieltermine, wer wann gegen wen, im Internet nachschauen zu können.